Weihnachten soll eine Zeit der Besinnung sein.
Der östlichen Mensch blickt dafür nach innen, um Einsichten
zu finden. Über die Wahrnehmung des eigenen Körpers erliesst er sich den Zugang
zum Universum im inneren.
Als westlich geprägte Menschen richten wir unsere
Aufmerksamkeit nach aussen – unser Umfeld, die Familie oder Gott. Wir suchen
uns selbst durch die Augen anderer.
Jede Perspektive hat Ihre Stärken, und auch Ihre Schwächen.
So passiert es uns „Westlern“ häufig dass wir vor lauter
schauen das vergessen was uns das sehen erst möglich macht – unsere Augen bzw. allgemeiner
unseren Körper.
Der himmlische Vater, die Vorsehung oder das Universum haben
uns auf diese Welt geschickt. Damit wir hier gut zurecht kommen haben wir ein „Fahrzeug“
mitbekommen. Eine Maschine die so ausgeklügelt ist, dass wir sie trotz aller
wissenschaftlichen Forschung noch immer nicht wirklich verstehen können. Selbst
unsere fortschrittlichsten Versuche diese Maschine nachzubauen sehen aus wie
der Versuch eines Kindes die Arbeit des Vaters zu kopieren.
Wer immer uns auf dieser Erde platziert hat, hat uns auch die
Freiheit gegeben unser Leben frei zu gestalten. So konnte es passieren dass
unser modernes Leben dieses „Transportmittel“ – dieses wundervolle Geschenk –
kaputt macht. Nicht schnell – den was wir mitbekommen haben ist von bester
Qualität – aber doch stetig. Zuviel sitzen, zuviel Zeit vor dem Bildschirm,
Essen das besser schmeckt als nährt und vor allem zu wenig Bewegung belasten
unseren Körper und machen ihn schwach und anfällig.
Dieser Körper wurde dazu entworfen uns als nomadiserenden
Jägern und Sammlern das überleben zu sichern. Tagelange Märsche, das Heben oder
Tragen schwerster Lasten, intensivste Belastungen bei der Jagd und Nahrungssuche,
ja manchmal sogar Entbehrungen machen uns stärker, leistungsfähiger und
gesünder - nur langes verharren macht uns krank und schwach. In jedem Körper in
dem Leben ist, ist die Fähigkeit zur Bewegung und zum Heilen angelegt. Da wir
heute nicht mehr den unwägbarkeiten des täglichen Überlebenskampfes ausgesetzt
sind haben wir den Luxus das Wunderwerk das wir bekommen haben geziehlt zu
stärken und aufzubauen.
Wir behandeln unsere Körper genau so wie wir es von anderen alltäglichen
Transportmitteln – den Autos – gewöhnt sind. Wir benutzen ihn nebenbei - er
muss schliesslich funktionieren. Jeder Anforderung soll er sich gewachsen
zeigen und wenn nicht gehts ab in die Werkstatt. Später jammern wir dann über
die schlechte Qualität. Leider können wir noch nicht zum Händler gehen um einen
neuen zu kaufen wenn uns der alte nicht mehr gefällt. Unsere Urahnen hätten uns
gesagt dass dass wir unsere treuen Rösser pflegen, ernähren und bewegen müssen
damit sie uns lange dienen können.
Wenn ich meinen Sohn dabei beobachte wie er langsam lernt
dieses für ihn neue Gefährt zu steuern, erstaunt es ich immer wieder das er
intuitiv richtig macht, was viele von uns verlernt haben. Ich verbringe viel
Zeit damit Menschen beizubringen wie eine natürliche und sichere Kniebeuge
funktioniert – Kian ist ganz alleine drauf gekommen. Auch wenn es um grundlegende Qualitäten wie
Stabilität und Beweglichkeit geht kann kaum einer meiner Schüler meinem, noch
nicht zwei jährigen Sohn das Wasser reichen.
Leben heisst Bewegung – Bewegung heisst Leben. „Mit jeder
Faser unseres Körpers Leben“ lautet ein
Sprichwort das die intensivste Art beschreibt dieses göttliche Geschenk zu
ehren. Bewegung ist Lebensfreude – nicht umsonst tanzen wir wenn wir glücklich
sind.
Frohe Weihnachten Euch allen,
Euer Florian.