
Hallo Kettlebeller,
im Spiegel Ausgabe Nr. 40/2011 wurde als Titelthema das Volksleiden Rückenschmerzen genauer beleuchtet. Vier von fünf Bewohnern in den Industrieländern werden zumindest einmal im Leben von Rückenschmerzen geplagt und in Deutschland beträgt die Stichpunkt-Prävalenz für Rückenschmerz etwa 40% oder auf gut Deutsch: Im Moment leiden 40 von 100 Deutschen unter Rückenschmerzen. Damit ist Rückenschmerz nach einer Infektion der Atemwege der zweithäufigste Grund, warum die Deutschen zum Arzt gehen.
Bei Vorliegen von chronischen Rückenschmerzen, d.h. die Schmerzen halten bereits seit mindestens 12 Wochen an oder treten mehr als an der Hälfte der Jahrestage auf, hat der Schulmediziner immer einen probates Mittel zur Hand: Die Operation am Rücken, genauer gesagt die OP an den Bandscheiben und an den Wirbeln. Allein in Deutschland werden jährlich über 160.000 Eingriffe am Rücken vorgenommen. Der Spiegelartikel zeigt allerdings die Kehrseite der Operationswut der deutschen Ärzte auf sowie einige erstaunliche Erkenntnisse aus neueren Untersuchungen zum Thema Rückenschmerz.
Hier einige der Highlights:
- In der Zeit von 2004 bis 2009 stieg die Zahl der Bandscheiben OP´s von 112.000 auf 160.000 (+ 43%).
- Im selben Zeitraum stieg die Zahl der zusätzlichen Wirbelversteifungen, bei der die Wirbel miteinander verschraubt werden, um sie zu fixieren, um sagenhafte 220% an => es wird also häufiger und umfangreicher vom Chirurgenskalpell Gebrauch gemacht.
- Mind. 40 % aller Eingriffe am Rücken gelten Expertenstudien zufolge als überflüssig bzw. vermeidbar.
- In 85 % der Fälle von Rückenschmerzen kennen die Ärzte nicht die Ursache der Rückenschmerzen.
- Es gibt keinen starken Zusammenhang zwischen Bandscheibenverschleiß und Rückenschmerzen.
- Es gibt wohl aber einen starken Zusammenhang zwischen Rückenbeschwerden und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.
- Menschen mit Rückenbeschwerden haben fast immer eine gestörte Muskelansteuerung der Rumpfmuskulatur.
- Rückenschmerzen, ob operativ behandelt oder nicht, sind nach etwa 9 Monaten stark gelindert oder völlig verschwunden. Das gilt auch für Personen mit Bandscheibenvorfällen.
- Der Nocebo-Effekt: Je öfter Patienten CT oder Kernspin Aufnahmen ihrer vermeintlich kaputten Wirbelsäule sehen, desto höher die Wahrscheinlichkeit der Chronifizierung der Rückenbeschwerden; sozusagen ein negativ umgekehrter Placebo Effekt.
Eine der Hauptursachen für Rückenschmerzen: Mangelnde Bewegung. Der Mensch ist evolutionsbedingt dafür gebaut, täglich etwa 20-30km zu (bar)Fuß umherzulaufen um Nahrung zu erlegen oder zu sammeln. Heutzutage legt der Durchschnittsmensch in Deutschland pro Tag lediglich nur ein paar hundert Meter zurück. In Folge dessen wird der gesamte Bewegungsapparat nicht mehr so umfangreich benutzt, wie eigentlich nötig, um dessen Funktionalität aufrecht zu erhalten. Die Menschen werden immer schwächer und somit nehmen die Beschwerden am Bewegungsapparat zu.
Was kann Mann oder Frau dagegen unternehmen?
Eine Möglichkeit wäre, mit Hilfe eines korrekt ausgeführten Kettlebell Trainings natürliche Bewegungsmuster einzuüben, um somit die Gelenkmobilität, muskuläre Koordinationsfähigkeit und funktionelle Kraft wieder herzustellen mit der unsere Vorfahren bereits durch die Gegend gelaufen sind. Für die waren Rückenschmerzen ein Fremdwort.
Hier noch der Link zu dem überaus interessanten Artikel in voller Länge:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80726233.html
In diesem Sinne: An die Kugeln, fertig, los!