African Space Research und die Kettlebells       

Vor Kurzem habe ich einige Bilder und Videos eines „Master Instruktors“ von einem anderen Kettlebell „System“ gesehen. Ehrlich gesagt hat  mich das schon sehr tief getroffen, besonders wie unverständlich meine Reaktion für die anderen war, die an dem Workshop dieses „Masters“ auch noch teilgenommen haben. Ich will darüber reden. :)

Auf dem Bild siehst Du wie „the World's leading Kettlebell Instructor“ :) auf das oben gennanten Workshop das Kettlebell-Anfänger Übung, das zweihändige Swing präsentiert. Es ist biomechanisch absolut Inkorrekt, er hat das Übung nicht verstanden, es hindert aber Ihn nicht es zu Lehren. :) Ich nehme die Kettlebell sofort von Hand, wenn ich sehe, dass eine meine Anfänger so schlechtem Swing macht. So was kommt aber selten vor, weil die swingen bereits nach wenige Stunden besser (biomechanisch korrekter und sicherer) als „the World's leading Kettlebell Instructor“.

Es gibt unterschiedliche Kettlebell Trainingssysteme und es gibt Trainingssysteme, die nebenbei auch mit Kettlebells trainieren (z.B. Cross fit.). Es gibt ein Kettlebell-Universum auch außerhalb von Hardstyle und außerhalb von RKC und das ist auch gut so. Auch mit Kettlebellsport (Girevoy Sport) hat RKC nichts zu tun und das ist auch eine riesige Kettlebell-Welt für sich. (RKC ist GPP – allgemeine Kraft und Ausdauer Training – mit Kettlebells, GS dagegen spezialisiert sich auf Kettlebell Wettbewerbe, das sind zwei unterschiedliche Zielsetzungen.) Natürlich gibt es eine Menge toller Kettlebell-Leistungen und toller Trainer, die nicht der RKC-Welt entsprungen sind. Einige Mastertrainer, haben bei Pavel gelernt und dabei geholfen, das RKC-System weiter aufzubauen und haben dann später die RKC-Schule verlassen: Leute wie Steve Cotter, Mike Mahler, Steve Maxwell oder Kenneth Jay. Der Weggang der letzten Person dieser Aufzählung tut mir persönlich am meisten weh. Kenneth ist ein toller Mensch und Wissenschaftler und ich habe sehr viel von ihm gelernt. Diese Menschen haben ihre trainerischen Qualitäten zweifellos bereits bewiesen. (Meine kurze Bemerkung dazu: Die Loyalität ist vielleicht der wichtigste Unterschied, der einen Krieger von einem Verbrecher unterscheidet. Aber ich weiß, dass viele von uns nicht verstehen werden, was ich damit sagen will. Kein Problem, die werden es auch nicht verstehen wenn ich es länger erklären würde.) Die ehemaligen Mastertrainer versuchen nun ihr eigenes Glück. So läuft das Business. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Es gibt noch eine Menge „Trainer“, die bei RKC-Schule gelernt haben, oder versucht haben zu lernen und es nicht geschafft haben oder sogar nicht mal versucht haben, den Umgang mit Kettlebells richtig zu lernen, um dann Ihr eigenes Qualifikation-System zu starten. Bei Ihnen reicht die Trainingsqualität von „unter Umständen ausreichend“ bis hin zu „Straftat gegenüber der Menschheit“ und „schwerer Körperverletzung“.

Das Problem mit dem einsamen Master-Konzept ist, dass, egal wie gut Du bist, Du kannst alleine nicht die Qualität sichern. Pavel ist Pavel, verstehst Du, wie ich es meine? Er gehört in eine eigene Kategorie ;) aber auch er könnte allein nicht die RKC-Qualität liefern. Die Qualität kommt von dem Teamwork, von unserer globalen Community. In dieser RKC-Community haben wir international renommierte Sportwissenschaftler, Trainer von Nationalmannschaften, Ausbilder von Elite- Einheiten, erfolgreiche Sportler, Strongmen…usw. Es ist extrem schwer, eine Auswahl zu treffen: Pavel Tsatsouline, Gray Cook, David WhitleyDan John, Brett Jones, Mark Reifkind, Dr. Michael Hartle, Andrea DuCane, "Doc" Mark Cheng, Geoff Neupert, Peter Lakatos und viele,sehr viele mehr. Wir haben weltweit mehrere tausend hochqualifizierte Instrukteure in über 40 Ländern. In unserem Wissen summiert sich die Erfahrung aus mehreren zehntausend Trainingsjahren als Trainer und Trainierender. Keine Einzelperson könnte dieses Wissen haben, auch nicht, wenn diese Person so lange leben würde wie Meister Yoda. :)

Ich möchte hier nicht lange darüber reden, wieso die RKC-Zertifizierung ganz anders ist als die anderen, sondern einfach nur eine paar markante Unterschieden nennen: Bei der RKC-Zertifizierung reicht lediglich nur die Zahlung und die körperliche Anwesenheit für die erfolgreiche Zertifizierung nicht aus(ganz anders wie bei anderen Fitness-Zertifizierungen). Es kommt bei den RKC-Zertifizierungen vor, dass mehr als 50% der RKC-Kandidaten durchfallen. Das ist das sichere Zeichen einer funktionierenden Qualitätssicherung! Bei der RKC Zertifizierung reichen nicht bloß die theoretischen Kenntnisse aus. Vielmehr müssen die RKC‘s durch ein hohes Level an physischer Fitness beweisen, dass sie das Lehrmaterial verstanden und korrekt angewendet haben. RKC‘s werden spätestens alle zwei Jahre rezertifiziert. Dies ist einerseits dadurch begründet, dass diese Schule nicht dogmatisch ist, sondern vielmehr das System ständig weiterentwickelt wird und andererseits ist es zwar eine Sache, das hohe physische Fitness Level und den Kenntnisstand einmal zu erreichen, aber nur wer über Jahre dieses Niveau halten kann, hat bewiesen, dass er das RKC-System wirklich verstanden hat. RKC ist auch anders, weil bestimmte Ansprüche wichtiger sind, als nur das bloße Geldverdienen. Lese mal den RKC Code of Conduct und Du wirst das verstehen.

Deswegen ist mein erste Gedanken beim Anblick von selbsternannten Kettlebellgurus, die ihr eigenes System vermarkten wollen: Die haben die Komplexität des Kettlebelltrainings nicht verstanden! Die denken, das ist eine Art Hanteltraining. Ist es aber nicht! Durch die ballistischen Übungen entstehen vielfach größere Belastungen als beim Training mit Hanteln. Nur ein Beispiel: Beim Swing mit einer normalen 24kg Kettlebell kann man - einfach formuliert - 160kg „virtuelle Kraft“ generieren. Deswegen ist das Kettlebelltraining so unglaublich effizient und deswegen ist es auch so unglaublich wichtig, es richtig von einem „Fachmann“ zu lernen. Hast Du schon jemand gesehen, Monaten lang falsch Olympische gewichtheben zu machen? So was siehst Du nicht, diejenige die es ohne zu können es versuchen bezahlen mit einer Verletzung sehr schnell der Respektlosigkeit gegenüber das Gewicht. „Darwin arbeitet“ sagt Pavel :).  Kettlebells sind tauschend, weil die vergleichsweise leicht sind, aber wegen der Ballistik wirken ähnlich Größe Kräfte wie beim olympische Gewichtheben und die Technik von vielen Übungen ist auch ähnlich anspruchsvoll.

Das liegt in der menschlichen Natur: Wenn man ein Thema nicht beherrscht, dann erkennt man die Komplexität dieses Themas ebenso nicht. Die selbsternannten Kettlebellgurus sind nicht unbedingt schlechte Menschen; sie haben eben nur die Komplexität des Kettlebelltrainings noch nicht gecheckt. Es kommt aber auch vor, dass manche etwas wirklich gut meinen und dran fleißig arbeiten ohne es zu können oder verstanden zu haben. Schau mal z.B. die „African Space Research“ an: Die wollen auf den Mond fliegen.



Das ist so lieb und so tief menschlich, dass mir fast meine Tränen kommen. Find ich voll okay so lange Sie nicht an ahnungslose Menschen Tickets verkaufen, und diese dann in dem selbstgebauten Raumschiff in den Tod fliegen lassen. Besonders wenn die Tickets mit der Lüge verkauft werden, dass die alles bei der NASA gelernt haben. Oder sogar behaupten, dass sie selber die NASA oder etwas Gleichwertiges sind: „the World's leading space research program". So machen das leider nämlich die selbsternannten Kettlebellgurus und das ist so nicht okay. Auf eigene Kosten doof zu sein ist okay. Doof und fleißig zu sein ist sogar lieb. :) Aber wenn einer, der nicht einmal die Komplexität eines Problems erkannt hat, sich mit Anderen, die Ihr Können schon bewiesen haben, in seinen Werbetexten gleichstellt, das ist dann respektlos. Wenn Jemand mit seinem „Nichtskönnen“ andere Menschen gefährdet, dann ist das verantwortungslos.

Trotzdem wünsche ich viel Erfolg für die African Space Research!