69, Gummifrau und Kettlebell…       

Die letzte worauf ich mich erinnern kann ist, dass der Typ gesagt hat „für 69 Euro pro Monat könnte ich auch ins Fitness gehen... Und dort gibt‘s auch Kettlebells.“ Dann ist die Sicherung in meinem Kopf durchgebrannt. :)

Na gut, dann vergleichen wir schnell unser Kettlebell-Kurs Angebot mit dem Angebot von einem „Fitnesscenter“.

Zeitfaktor:

„Ins Fitness kann ich immer gehen, bei euch muss ich feste Trainingszeiten einhalten.“ Ich verrate Dir ein Geheimnis: entweder hast du einen Wochen-Rhythmus mit festen Trainingszeiten, oder Du wirst nicht regelmäßig trainieren. Regelmäßigkeit ist eine Voraussetzung für den Trainingserfolg. Später - wenn Du gelernt hast, wie man richtig trainiert - kannst du überall, jederzeit ein effektives Workout machen. Dann sparst Du wirklich eine Menge Zeit und kommst mit 30 Minuten brutto Zeit pro Trainingseinheit aus, statt 2.5 Stunden im „Fitness“ (mit Hin- und Rückfahrt, Umkleiden und Tratschen) zu verbringen. Wenn Du Zeit sparen willst, oder zeitliche Flexibilität möchtest, bist Du bei uns richtig und im „Fitness“ falsch.

Maschinen statt guter Trainer?

Du zahlst im „Fitness“ am meisten für das Franchisegebühr (Name, Design, Logo), für die vielen Maschinen und die große Fläche die die Maschinen brauchen. Durch starken Wettbewerb und Dumpingpreisen bleibt von den Monatsgebühren nicht viel übrig, das Personal besteht meistens von billigen Arbeitskräften, die Dir gerade noch erklären können, wie man sich nicht umgekehrt auf die Maschine setzt. Die können Dir aber nicht mal die Grundübungen beibringen, Du frägst vergeblich, wie man richtig Kreuzheben oder Kniebeuge macht. Wobei ohne diese Übungen kann man dopingfrei keine große Muskelmasse aufbauen. (Viele „Fitnesstrainer“ kann selbst weder eine Kniebeuge noch ein Kreuzheben regelrecht ausführen.) Ein typischer „Fitnesstrainer“ erkennt es nicht, ob die Voraussetzungen für das effektive Training beim Kunden überhaupt gegeben sind, und falls diese nicht vorhanden sind, kann er diese mit gezielten korrektiven Übungen nicht herstellen. (Er hat auch nicht das Möglichkeit "assessments" auszuführen, er betreut zu viele Kunden gleichzeitig.) Die sind gezwungen mit Maschinen zu arbeiten, einfach aus dem Grund, dass sie sich mit dem richtigen Training oft nicht auskennen. Wir haben keine Maschinen, bei uns zahlst Du für den guten Trainer. Die Menschen erreichen übrigens erstaunlich wenig mit dem Maschinentraining, und es hat einige Gründe:

  • Isolation: Zweck der Benutzung von Maschinen ist die einzelnen Muskeln isoliert zu trainieren, also nur ein kleines, eingeschränktes Bereich zu stimulieren. Verstehst du es? Du nimmst also ein Gerät um deinen Trainingsreiz zu mindern? Klingt es für Dich sinnvoll? :) Wenn Du kräftig sein möchtest, solltest Du das Zusammenspiel von den einzelnen Muskelgruppen trainieren, also integrieren. Isolation macht Dich nur schwach.
  • Koordination: Das Leben ist Bewegung. Die Meisten haben mit den tagtäglichen Herausforderungen nicht wegen der mangelnden Muskelkraft, sondern wegen der schwachen Bewegungskoordination Probleme. Das Problem ist nicht das, das man einen zu kleinen Bizeps hat, sondern dass man ungeschickt ist, und nicht mal gerade stehen oder ein sauberen Laufschritt machen kann. Willst Du attraktive Muskeln? Dann musst Du kräftig sein. Willst Du kräftig werden? Dann sollst Du erst mal deine Bewegungen beherrschen können. Maschinentraining ist gleich Bewegung minus Koordination, genau der wichtigste Aspekt fehlt.
  • Laufen auf Laufband? Komm schon, Laufbewegung ohne Vorwärtstrieb? Typisch für das „Fitnesscenter“, wieder der wichtigste Aspekt fehlt und es ist völlig unnatürlich.
  • Widerstandsmuster: willst Du eine Verbesserung in deiner „real life“ Leistung erreichen, soll dein Training möglichst die natürliche Belastung gleichen. Die Maschinen bieten im gesamten Bewegungsfreiraum einen konstanten Widerstand. Im richtigen Leben kommt ein konstanter Widerstand selten vor, viel häufiger ist das ballistische Widerstandsmuster: am Anfang der Bewegung generiert man einen kurzen, starken Kraftimpuls, danach lässt man nur „fliegen“. Denk nur an Schmeißen, Schlagen, Kicken, Laufen etc. Das Widerstandmuster, das die Maschinen geben, ist unnatürlich. Mit Kettlebell trainieren wir auch ballistisch.
  • Transfereffekt. Das Ziel des allgemeinen Trainings (GPP general purpose preparation) ist deine Leistung sowohl allgemein als auch in den Spezialgebieten zu steigern. Genau das ist das, das wir versprechen, und genau das ist das, das Maschinentraining nicht anbietet. Mit einem Beispiel: ich kann stehend mit 2x40kg Kettlebell Schulterpress machen. Ich trainiere nie auf Maschinen, und kann trotzdem auf der Schulterpress-Maschine 100kg locker ausdrücken. Ich kann also etwas (Maschinen-Schulterpress), zwar ich es nicht trainiere, weil unser Training eine richtige „real life“ Kraft und einen Transfereffekt auf andere Aktivitäten erstellt. Wenn Du jemanden holst, der nur auf Maschinen trainiert und dort 100kg pressen kann, hat er garantiert keine Chance die zwei 40-er KB zu stemmen, weil Maschinentraining unnatürlich ist, keine „real life“-Kraft erstellt, und somit gibt es auch keinen Transfereffekt. Maschinentraining ist kein GPP.

Aus dem Training mit Maschinen fehlen genau die wichtigsten Aspekte: Koordination, Integration und natürliches Widerstandsmuster. Der Unterschied zwischen Training und Training auf Maschinen ist so etwas, wie der Unterschied zwischen Frau und der aufblasbaren Puppe aus dem Sexshop. Von kosmischer Ferne betrachtet gibt es vielleicht gewisse Ähnlichkeit, aus der Gummipuppe fehlt aber genau der Sinn der Sache. Eine Gummipuppe zu haben ist einfach, eine Frau ist bekanntlich komplizierter und erfordert großen Aufwand. :) Trotzdem, Derjenigen die Frau haben, können die anderen - die sich mit einer Gummipuppe als Freundin vergnügen - nicht verstehen.

Kettlebelltraining im „Fitnesstudio“? Ich kann nicht mal darüber lachen.

Der junge Mann, der heute im „Fitness“ sich als Kettlebelltrainer ausgibt, hat im Vorjahr noch TRX gemacht, und vor 2 Jahren war er noch der größte Meister vom Flexibar. Was relative Kraft betrifft kann er sich wahrscheinlich nicht mal mit meiner 8 Jährigen Tochter messen. (Ich wette Dir, dass er eine saubere ein-Bein-Kniebeuge mit einem 1/3 Körpergewichtschweren Kettlebell in der Hand nicht schafft.) Von dem üblichen Krafttest, den alle RKC Kettlebell Instrukteur alle zwei Jahre zu leisten hat, kann er nicht mal träumen. Die Tatsache, dass er sich selbst nicht mal auf einen entsprechenden Level hochtrainieren kann und will zeigt, wie wenig er das System verstanden hat. Was erwartet denn die Kundschaft bei ihm? Ich nenne es quasi Training: die tun so als ob mit Baby-Kettlebells. Er denkt: mit kleinen Gewichten können sich die Kunden nicht verletzen. Falsch. Es gibt kein so kleines Gewicht, das mit falscher Technik sicher wäre. Es stimmt umgekehrt auch, solange die Technik richtig ist, kann man mit beliebig großen Kettlebells sicher trainieren. Du brauchst keine Angst vor dem Gewicht zu haben, wohl aber von der falschen Technik.

Klar kann der „Fitnesstrainer“ mit den Kettlebells nicht wirklich umgehen, er hat wahrscheinlich nur eine zweimal 3 Stunde „Workshop“ über Kettlebells gemacht. Das ist weniger als die Hälfte der Stundenzahl des Anfängerkurses bei uns, und wir erwarten von einem Anfängerkursabsolventen nur, dass er die 6 Grundübungen sicher ausführen kann. Es ist ja klar, dass er nicht fähig ist, diese Übungen „perfekt“ auszuführen, und natürlich ist er auch nicht fähig, diese Übungen systematisch zu lehren. Ein „Fitnesstrainer“ muß es aber nicht perfekt haben, es reicht sowieso dieses Jahr die Kettlebell-Modewelle für das trendbewusste Publikum zu verkaufen. Für ihn kommt nächstes Jahr wieder was Neues. Wir werden aber so lange mit Kettlebells trainieren, bis was noch effektiveres nicht gefunden wird. (Das übrigens kurzfristig eher als Unwahrscheinlich scheint. Pavel sagt: Wenn das Kettlebelltraining eine Modewelle ist, braucht es sicherlich noch einige hundert Jahren um auszuklingen, schließlich ist es vor 300 Jahren angefangen :)

Wähle die Freiheit!

Das „Fitnessstudio“ verkauft die Abhängigkeit („Du kannst nur mit Maschinen - die nur wir haben - trainieren.“). Wir verkaufen das Wissen, das man zu der Unabhängigkeit braucht: jederzeit, überall allein, ohne Geräten effektiv trainieren zu können.

Willst Du für deine Abhängigkeit zahlen, oder kaufst Du lieber die Freiheit? Deine Freiheit kostet bei uns 69 Euro.

P.S.: Natürlich nicht der "Fitnesstrainer" ist schuld, sondern das gesammte schiefe System, inklusive den naiven(?) Verbraucher. Die sind bereit für "alles" endlich abnehmen zu können, außer vernünftige Ernährung und ausreichende Bewegung. Es gibt auch richtige Fitness Trainers, und richtige Fitnessstudios, ohne „“. Du erkennst die daran, dass dort kaum Maschinen sind, dafür aber viele freie Flächen, freie Gewichte, es gibt Magnesia, Schreien ist erlaubt, das Personal ist gut ausgebildet und vielleicht selbst auch Leistungsport treibt (und sind keine gedopte Bodybuilder). Das wichtigste Merkmal ist aber, dass dort die Mitglieder nicht nur wie im „Fitness“ stagnieren, sondern ihre Zielsetzungen erreichen.